Ein neues Verfahren - die psychologische Wunderwaffe - Teil II: Der Ablauf
- DAM Orga

- 1. März 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. März 2023
Teil II: Der Ablauf
Wie läuft nun also ein solches Gespräch konkret ab? Im Folgenden erhaltet ihr eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie ihr ein solches Gespräch mit einer beliebigen Person des Systems führen könnt.
Hierzu braucht ihr:
Eine möglichst ruhige und private Örtlichkeit
Einige Stunden Freizeit
Einen Stift
Papier (am besten einen Block A4-Papier)
Zum Ablauf:
Derjenige, der ein Problem hat und dieses gern lösen möchte, ist der Schreiber, im Folgenden also als solcher betitelt. Der Andere ist der Fragesteller. Zunächst nimmt der Schreiber Stift und Papier zur Hand und signalisiert dem Fragesteller, das er bereit ist, das Gespräch zu beginnen.
Der Fragesteller stellt ihm daraufhin drei Fragen, die der Schreiber ohne ein Wort dazu zu sagen, schriftlich beantwortet.
Diese Fragen lauten:
Was ist dein Problem?
Wann fiel es dir zum ersten Mal auf?
Was genau stört dich an diesem Problem?
Die Antworten fallen dabei immer möglichst kurz und präzise aus.
Um es zu verdeutlichen, sind die Fragen im Folgenden erneut aufgeschrieben, diesmal mit Beispielantworten versehen:
Was ist dein Problem?
Ich habe Übergewicht.
Wann fiel es dir zum ersten Mal auf?
Vor einigen Jahren.
Was genau stört dich an diesem Problem?
Ich fühle mich hässlich und bin oft schlapp und ausgelaugt. Ich bin nicht der, der ich sein möchte.
Nach diesen Fragen bittet der Fragesteller den Schreiber, sich seine bisherigen Antworten noch einmal aufmerksam durchzulesen.
Der Schreiber liest sich die gegebenen Antworten durch und gibt dem Fragesteller ein Zeichen, das dieser fortfahren kann. Nun folgt eine weitere Frage des Fragestellers:
Was ist der Grund für dein Problem?
Der Schreiber beantwortet die Frage möglichst kurz und knapp schriftlich, zum Beispiel:
Ich treibe zu wenig Sport.
Doch anstatt nun weitere Fragen zu stellen, wiederholt der Fragesteller seine Frage:
Was ist der Grund für dein Problem?
Wieder schreibt der Schreiber etwas auf, eventuell wiederholen sich seine Antworten auch. Unabhängig davon fragt der Fragesteller immer wieder dieselbe Frage, sodass sich beispielsweise ein Dialog wie der folgende abspielen könnte:
Was ist der Grund für dein Problem?
Ich treibe zu wenig Sport.
Was ist der Grund für dein Problem?
Ich ernähre mich falsch.
Was ist der Grund für dein Problem?
Ich kann mich nicht dazu motivieren, mich fit zu halten.
Was ist der Grund für dein Problem?
Ich kann mich nicht dazu motivieren, mich fit zu halten.
Was ist der Grund für dein Problem?
Ich kann mich nicht dazu motivieren, mich fit zu halten.
Was ist der Grund für dein Problem?
Ich habe Angst davor mich zu blamieren.
Was ist der Grund für dein Problem?
Ich habe Angst, das ich versage.
Was ist der Grund für dein Problem?
….
usw.
Die Frage wird wieder und wieder gestellt und der Schreiber taucht auf der Suche nach einer Antwort tiefer und tiefer in sein Unterbewusstsein ab. Schließlich erreicht er einen Punkt an dem er nicht mehr weiterkommt, meist in Form einer konkreten Erinnerung. Er ist nun an der Ursache des Problems angelangt. Sobald er diese Erkenntnis hat, gibt er sie an den Fragesteller weiter.
Dieser bittet den Schreiber daraufhin, die zuletzt gegebene Antwort zu markieren und dann noch einmal das bisher Geschriebene durchzulesen.
Anschließend soll der Schreiber zählen, wie oft ihm die Frage „Was ist der Grund für dein Problem?“ gestellt werden musste, in unserem Beispielfall gehen wir einmal von 25 Malen aus.
Nun stellt der Fragesteller eine weitere Frage:
Glaubst du, das du die Ursache des Problems allein lösen kannst?
Der Schreiber antwortet diesmal mündlich mit einem ja, nein oder ich weiß es nicht.
Daraufhin kommt der Fragesteller wieder auf das Problem zurück und fragt:
Kannst du für dein unmittelbares Problem eine Lösung formulieren? Das naheliegendste was dir dazu einfällt.
Der Schreiber schreibt nun die Antwort auf die Frage auf, z.B.:
Ich muss abnehmen.
Der Fragesteller fordert ihn nun auf, die Antwort sooft aufzuschreiben, wie er Versuche brauchte um zur Problemursache zu kommen.
In unserem Beispielfall schreibt der Schreiber nun also 25 Mal:
Ich muss abnehmen.
Hat er das erledigt, bittet der Fragesteller ihn, diese 25 Mal noch einmal durchzulesen, dann bittet er ihn darum, seine Antwort umzuformulieren, sodass sie mit „Ich will“ beginnt.
Und so schreibt unser Schreiber:
Ich will abnehmen.
Dies, so fordert der Fragesteller müsse er nun in entsprechender Menge mit dem Faktor 3 schreiben, also:
75x Ich will abnehmen.
Anschließend liest sich der Schreiber auf Bitte des Fragestellers auch diese 75 Mal bewusst durch.
Zum Schluss stellt der Fragesteller noch die Frage, ob der Schreiber nun über sein Problem reden möchte.
Bejaht der Schreiber, so kann hier ein interaktives Gespräch entstehen, verneint er, so ist das auch kein Problem. So oder so ist das eigentliche Gespräch damit beendet.
Wichtig für den Schreiber und den Fragesteller:
Fragesteller:
Hält sich immer strikt an das Skript ohne in einem einzigen Punkt davon abzuweichen.
Hält Abstand vom Schreiber damit er nicht sehen kann, was der Schreiber aufschreibt.
Sitzt im Blickfeld des Schreibers und bleibt dort für die gesamte Dauer des Gesprächs.
Lässt die Finger von jedweder Ablenkung, allem voran dem Handy.
Schreiber:
Lässt das Handy ausgeschaltet.
Konzentriert sich auf die Fragen.
Gibt möglichst wenig verbal Feedback.
Ist ehrlich zu sich selbst.
Nach diesem detailreichen Überblick über den Ablauf, stellt sich die Frage, was genau der Effekt dieses Gespräches ist, worauf er anwendbar ist und warum auch du es definitiv führen solltest.
All das kommt im dritten Teil.


Kommentare